Hausboot kaufen mit Plan - die 10 Hausgeboote

Hausboot kaufen mit Plan - die 10 Hausgeboote

Du möchtest ein Hausboot kaufen? Komm an Bord!

Hier erfährst Du alles Wissenswerte und wie Du Kapitän deines eigenen Hausbootes wirst. Leinen los!


Stell dir vor: Ein Schwanenpaar gleitet majestätisch an deinem Bett vorbei. Der Frühnebel kriecht über die Wasseroberfläche und die Wellen plätschern sanft gegen das Boot.

Wer so in den Tag startet, macht Urlaub auf einem Hausboot oder ist Besitzer eines solchen.

Die Nachfrage nach Hausbooten ist groß. Immer mehr Deutsche fragen sich, wie dieser Traum zu realisieren ist. Allerdings sind einige Untiefen zu umschiffen, bevor man ein Hausboot kauft.

Wir lotsen euch sicher durch das Angebotswildwasser und hin zu einem idyllischen Anlegeplatz.

1. Gebot: Du sollst wissen, was du auf dem Wasser machen möchtest!

Wer ein Hausboot kaufen möchte, findet sich in einem Meer von Begriffen erst einmal nicht zurecht.

Floating House, Floating Residence, Floating Home oder Wohnschiff – nur schwer findet man hier den richtigen Kurs.

Jeder Hersteller nennt seine Boote anders. Einen einheitlichen Standard gibt es nicht.

Praktisch und auch rechtlich gibt es aber tatsächlich nur zwei Kategorien: Hausboote und schwimmende Häuser.

Was sind Hausboote?

Hausboote sind mit einem eigenen Motor ausgestattet.

Sie dürfen bis zu 24 m lang sein und besitzen eine CE-Zulassung (Einstufung der Seetauglichkeit nach Windstärke, Wellengang und Schwimmfähigkeit).

Weiterhin können diese laut Europäischem Parlament mit Erfüllung dieser Kriterien als Sportboote geführt werden. Ohne diese Sportboot-Zulassung geht leider nichts.

Schwimmende Häuser
Ein Hausboot

Was sind schwimmende Häuser?

Schwimmende Häuser haben keine Motorisierung.

Sie sind für einen festen Liegeplatz konstruiert, werden auf Pontons gebaut und am gewünschten Liegeplatz fest verankert. Um dort hinzugelangen, kann es von einem anderen Boot geschleppt werden.

Einige Hersteller bieten Kaufinteressenten ein Probewohnen an. Gerade für Familien eine gute Möglichkeit, den besonderen, aber räumlich reduzierten Lebensbereich für sich auszuprobieren. In der Regel bieten schwimmende Häuser aber wesentlich mehr Platz als Hausboote.

Modelle ab 60 Quadratmetern, sind bei den meisten Herstellern Standard. Aber natürlich sind individuelle Typen, Bauweisen, Größen, Ausstattungen und Qualität möglich und umsetzbar.

Unbedingt vorher erkundigen: Kein Hafen ist verpflichtet, ein Boot aufzunehmen.
Schwimmende Häuser

2. Gebot: Wer mit dem Hausboot reisen möchte, sollte die Regionale Bedingungen kennen.

Soll das Hausboot dem vollwertigen Wohnen dienen oder als Wochenendhaus?

Wer mit seinem Hausboot reisen möchte, muss die Anlegeplätze auf der Route kennen und sich vorher nach freien Kapazitäten erkundigen.

Außerdem ist es wichtig, sich mit dem Seegang auseinanderzusetzen. Denn die Herausforderungen, die jedes Gebiet stellt, sind sehr unterschiedlich: In und rund um Berlin kann man entspannt schippern.

Wer in Düsseldorf auf Deutschlands meist befahrene Wassertrasse rausfährt, ist mit 7 km/h Strömung und über 1 Meter Wellen konfrontiert. Das ist eine viel größere Herausforderung, die ganz andere Fähigkeiten von Skipper und Hausboot verlangt.

Bedeutung hat das Revier auch für die möglichen Maße des Hausbootes. Mit einer Breite von mehr als 5 Metern passt man nicht durch die Schleusen im Berliner Umland.

Die Entscheidung für oder gegen ein Leben auf dem Wasser zieht viele Konsequenzen nach sich und sollte daher erst nach intensiver Recherche – und möglichst einer längeren Testphase – getroffen werden.

Machen Sie sich mit den regionalen Bedingungen vertraut
Machen Sie sich mit den regionalen Bedingungen vertraut

3. Gebot: Wenn du ein Hausboot kaufst, benötigst du auch einen Liegeplatz!

Die Grundvoraussetzung, um überhaupt einen Liegeplatz und Anlegeplatz in den gängigen Marinas zu bekommen, ist wie gesagt die Sportboot-Zertifizierung, wenn ihr ein Hausboot kaufen wollt.

Ein Recht auf einen Platz lässt sich daraus aber nicht ableiten. Kein Hafen ist verpflichtet, ein Boot aufzunehmen. Oft spielt der Typ des Hausbootes eine große Rolle. Je hochwertiger euer Hausboot als professionelles Sportboot konzipiert ist, umso besser stehen auch die Chancen auf einen Platz im Hafen.

Wenn du ein Hausboot kaufst, benötigst du auch einen Liegeplatz
Wenn du ein Hausboot kaufst, benötigst du auch einen Liegeplatz

Wer ein schwimmendes Haus oder ein Hausboot kaufen möchte, sollte sich also der Tücken im Ergattern eines Liegeplatzes bewusst sein. Aber keine Angst! Was in Holland längst Normalität ist, wird durch die stetig steigende Nachfrage auch in Deutschland in immer mehr Städten und Regionen möglich: es werden immer mehr Liegeplätze – auch in und um Großstädte herum freigegeben.

Vorreiter mit immer mehr Liegeplätzen sind:

  • Berlin
  • Hamburg
  • Düsseldorf
  • die Ostsee-Region
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • und an einige Seen in Norddeutschland
Keine Angst: es werden immer mehr Liegeplätze – auch in und um Großstädte herum – freigegeben
Keine Angst: es werden immer mehr Liegeplätze – auch in und um Großstädte herum – freigegeben

4. Gebot: Du sollst Dir Gedanken über die Finanzierung machen!

Wer ein Hausboot kaufen möchte, ist ab 100.000 Euro dabei. Je nach Ausstattung und Modell, bewegt sich der Neupreis aber auch leicht Richtung 300.000 Euro. Nach oben sind wie immer keine Grenzen gesetzt.

Kredite für Leute, die ein Hausboot kaufen wollen, geben die Banken allerdings schwerer, da es sich um bewegliche Wirtschaftsgüter handelt, deren Werterhalt stärker von der Witterung beeinträchtigt ist. Die Wertentwicklung ist für Banken schwieriger einzuschätzen und den Kredit absichernden Grundbucheintrag, gibt es nicht.

Bei Banken, die auf die Finanzierung von Schiffen und Booten spezialisiert sind, hat man höhere Erfolgschancen auf einen Kredit. Grundsätzlich werden Hausboote als Freizeitobjekte schlechter bewertet als Gewerbeobjekte und die Verwertung spielt eine ebenso große Rolle wie der Wertverfall, der sehr unterschiedlich sein.

Passend dazu informiert der Artikel “Finanzierung von Hausbooten” detaillierter über die Finanzierung.

Die Finanzierung bei Hausbooten ist etwas anders als bei Fahrzeugen und Immobilien.
Die Finanzierung bei Hausbooten ist etwas anders als bei Fahrzeugen und Immobilien.

5. Gebot: Du sollst an alle Kosten denken!

Über den Daumen gepeilt kann man nach dem Kauf eines neuen, etwa 15-Meter-Bootes, mit 750 Euro an monatlichen Kosten für Liegeplatz, kleinere Reparaturen, Strom, Trinkwasserversorgung und Versicherung rechnen.

Gebrauchte und daher ältere Boote haben einen noch höheren Instandhaltungsfaktor – auch das muss bedacht werden. Ebenso gilt natürlich: je größer das Boot, desto höher die laufenden Kosten. Auch die Liegeplatzgebühren können sich stark unterscheiden und bewegen sich je nach Region zwischen 2.000 und 8.000 Euro im Jahr. Diese Daumenrechnung ist daher nur als grober Mittelwert zu verstehen.

Ein Rechenbeispiel: In Hamburg kostet ein Liegeplatz für ein Floating Home mit 115 Quadratmetern rund 1000 Euro im Jahr. Haftpflichtversicherung, mit integrierter Innenversicherung und eine Flusskaskoversicherung sind empfehlenswert, da durch Treibgut oder ein anderes Boot schnell ein erheblicher Schaden entstehen kann.

Die Kosten hierfür betragen im Jahr zwischen: 1000 – 2000 Euro. Stromkosten sind vergleichbar mit denen eines festen Hauses an Land, wenn das schwimmende Schiff konservativ erschlossen ist. Photovoltaik- oder Wasseraufbereitungsanlagen können das schwimmende Haus autark machen.

Nicht zu unterschätzen sind auch die Erschließungskosten. Da können leicht noch einmal 40.000 Euro fällig werden – je nach Länge der Ver- und Entsorgungsleitungen und abhängig davon, ob sich mehrere Lieger die Versorgung teilen können.

750 Euro an monatlichen Kosten ist keine Seltenheit für ein Hausboot
750 Euro an monatlichen Kosten ist keine Seltenheit für ein Hausboot

6. Gebot: Du sollst prüfen, an welchen Ort du dich bindest!

Top-Lage voraus! Eine alte Maklerweisheit besagt, dass der Wert einer Immobilie sich vor allem an der Lage bemisst. Das gilt auch oder sogar besonders für die Lage auf dem Wasser.

Die idyllischen Liegeplätze oder zentralen Lagen sind begehrt und können den Wert steigern. Meist werden diese Plätze aber „nur“ verpachtet. Das kann den Wiederverkaufspreis von Hausbooten stark beeinflussen.

 

Die Lage in der Innenstadt ist sicher für viele Hausbootbesitzer interessant
Die Lage in der Innenstadt ist sicher für viele Hausbootbesitzer interessant

7. Gebot: Du sollst ein Hausboot kaufen, um zu sparen!

Wer mit seinem Hausboot auch Geld verdienen will, braucht vor allem ein gutes Businesskonzept. Hier kann man an vielen Stellen Steuern sparen.

Durch professionelle Vermietung als Ferienanlage oder Eventlocation kann ein Hausboot zu einem echten Steuersparmodell werden.

Abschreiben lässt es sich als mobiles Wirtschaftsgut und die Zinsen der aufgenommenen Anschaffungssumme können ebenfalls steuerlich geltend machen. Weitere Sparvorteile beim Hausbootkauf ergeben sich dadurch, dass keine Notar- noch Gerichtsgebühren anfallen. Auch müssen keine Grunderwerbssteuer und Anwaltskosten gezahlt werden.

Mit einem Hausboot lassen sich Steuern sparen
Mit einem Hausboot lassen sich Steuern sparen

8. Gebot: Du sollst nicht immer ein Hausboot kaufen, auch mieten kann Sinn machen!

Wer kein Hausboot kauft, sondern mietet, hat mit anderen Kosten zu kalkulieren: ein komplett ausgestattetes Hausbootes liegt zwischen 100 bis 400 Euro pro Nacht.

Hinzu kommt eine Liegeplatzmiete ab 20 Euro die Nacht, wenn ihr umherschippert.

Ein Hausboot mieten kann auch sinnvoll sein
Ein Hausboot mieten kann auch sinnvoll sein

9. Gebot: Du sollst dein Boot dein Zuhause nennen dürfen!

Ein Hausboot darf nicht offizieller Wohnsitz sein, denkt man. Das ist allerdings ein gängiger Mythos.

Tatsächlich ist der Umzug aufs Boot schon seit Jahren durchaus möglich. Und seit dem 1. November 2015 kann in Deutschland auch ganz regulär ein Boot als Wohnsitz angemeldet werden.

Als Meldeadresse gilt dann der Heimathafen. Die Post für Euch kommt aber nicht direkt auf dem Hausboot an, sondern wird meistens direkt in die Marina gesandt und von dort auf die Boote verteilt.

Die Post kommt nicht direkt aufs Hausboot, sondern nimmt die Marina an
Die Post kommt nicht direkt aufs Hausboot, sondern nimmt die Marina an

10. Gebot: Du sollst dich sicher fühlen!

Auf dem Boot kann mehr passieren als an Land. Daher ist es ratsam die ein oder andere Versicherung mehr abzuschließen als vielleicht ein „normaler“ Hauseigentümer.

So minimiert man das Risiko, maximiert aber natürlich auch die laufenden Kosten. Trotzdem empfehlen wir folgende Versicherungen:

  • Hausboothaftpflicht
  • Hausbootkasko
  • Unfall
  • Rechtsschutz
  • Trailerversicherung
  • Flusskasko
  • Fahrerunfallschutz
  • Insassenunfallversicherung
Zu Wasser besteht ein höheres Risiko - denken Sie an alle Versicherungen
Zu Wasser besteht ein höheres Risiko – denken Sie an alle Versicherungen

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