Antriebe von Hausbooten


Je öfter das Hausboot bewegt werden soll, desto wichtiger ist der Antrieb. Der passende Motor hängt vor allem von der Bootsgröße und dem zu befahrenden Revier ab. Das Besondere an Hausbooten ist, dass aufgrund der Aufbauten die Windangriffsfläche sehr groß ist und der Tiefgang gering, ein einfaches Manövrieren ist mit Bug- und Heckstrahlruder möglich.

Als Faustformel für Motoren gilt: mindestens 4 PS pro Tonne.

Auch die Wahl des Kraftstoffs kann entscheidend sein. Es gibt nur sehr wenige Wassertankstellen, die Ottokraftstoff anbieten. Außerdem muss bei einem Benzinmotor meist zusätzlicher Kraftstoff für die Heizung (Öl, Diesel) mitgeführt werden.

Empfehlung für Kraftstoff: Zur autarken Lebensweise ist ein Dieselantrieb sinnvoll. Denn meist kann auch ein zusätzlicher Generator zur Stromerzeugung mit Diesel betrieben werden.


Außenborder

Hausboot Antrieb Außenborder
Außenborder Vorteil Nachteil 
Bauweise kompakte Bauweise
Anbringung einfache Montage  / außer einem Tank und Lenk- Schaltzügen keine feste Installation nötig
PS gibt es von zwei bis über 300 PS, kleinere Motoren bis 5 PS brauchen keinen Tank da eigener Tank vorhanden
Preis 20 Prozent teurer als Innenbordern , höhere Anschaffungs- Wartungskosten bei zwei Motoren
Tiefgang Tiefgang des Motors, Propeller muss richtig angeströmt werden und unterhalb des Bootsbodens liegen, die Antikavitationsplatte des Motors muss zwei Zentimeter unterhalb des Kiels angebracht werden
Schaftlänge Langschaft / Ultraschaftlängen gibt es zu kaufen max. 63cm Montageproblem bei größeren Hausbooten aufgrund der kurzen Schaftlänge max. 50cm
Propeller Schub oder Arbeitspropeller müssen extra gekauft werden und leisten Abhilfe um Schub zu vergrößern Standardpropeller ist für schnelle Boote ausgelegt, ist zu klein (Kraft wird nur ungenügend in Schub umgewandelt)
Manövrierfähigkeit gute Manövrierfähigkeit bei Benutzung von zwei Motoren
Verbrennungsmotor nur als Benzinmotoren erhältlich, laut

Wellenantrieb

Hausboot Antrieb Wellenantrieb
Wellenantriebe Vorteil Nachteil
Bauweise klassischer Motorboot- Schiffsantrieb, besteht aus mittels im Rumpf montiertem Motor, Wendegetriebe, nach außen geführter Welle  mit Propeller, Bauweise eignet sich für Einrumpfboote nur für Katamarane geeignet wenn man zwei Antriebseinheiten verbaut (höhere Kosten)
Anbringung Motor wird weit vorn montiert, aufgrund dessen individuelle Reaktion auf Gewichts- Trimmproblem über passenden Einbaulage möglich
PS 20 PS bis mehrere 1.000 PS
Preis preiswert, zuverlässig, effizient
Tiefgang Motor und Propeller liegen auf Höhe des Schiffsbodens
Manövrierfähigkeit benötigt wird eine eigene Ruderanlage (hydraulisch, elektrisch, mechanisch) mit Fahrerstand verbunden, bessere Manövrierfähigkeit mit zusätzlicher Abhilfe durch Bug und Heckstrahlruder eingeschränkte Manövrierfähigkeit, da Ruder nur bei ausreichender Fahrt angeströmt wird (schwierige An- und Ablegemanöver insbesondere bei Wind)
Verbrennungsmotor Diesel,- Benzin- (Kombination mit Elektromotor möglich, Wendegetriebe entfällt)-Hybrid-Antrieb Bug und Heckstrahlruder werden elektrisch oder hydraulisch angetrieben, ausreichend Stromversorgung ist nötig

Diesel-elektrischer Antrieb

Diesel-elektrischer Antrieb
Diesel-elektrischer Antrieb Vorteil Nachteil 
Bauweise  größere Flexibilität bei der Raumaufteilung, mehrere Antriebe an einem Stromaggregat möglich, individuelle Aufteilung des Bauraums
Anbringung  Generator kann im Gewichtsschwerpunkt liegen
PS  leistungsfähige Bordstromversorgung vom gleichen Aggregat, stärkere Schubkraft im gesamten Drehzahlbereich, effizienter Motor (Wirkungsgrad 96 %)
Preis 
Tiefgang 
Schaftlänge mehrere Steuerplätze möglich
Propeller
Manövrierfähigkeit volle Ruderwirkung auch bei langsamster Fahrt, extrem verbesserte Manövriereigenschaften
Verbrennungsmotor sehr leise/lautloses Fahren/umweltfreundlich, Strom an Bord im Überfluss, extrem günstige Fahrtkosten, leistungsangepasster Betrieb durch AGT-Technologie

Saildriver

Hausboot Antrieb Saildriver
Saildriver  Vorteil Nachteil 
Bauweise  Motor sitzt im Rumpf, Propeller sitzen an einem L-förmigen Schaft unter dem Bootsboden
Anbringung  lenkbare Saildriver benötigen keine extra Ruderblatt, gute Handhabung, vergleichbar mit Außenboardmotoren feste Saildriver benötigen zusätzliches Ruderblatt
PS 11 PS – 180 PS
Preis  8000€ – 60.000€
Tiefgang  ist fest installiert, kann nicht hydraulisch angehoben werden, vergrößert Tiefgang um einen halben Meter
Manövrierfähigkeit  vergleichbar mit Außenbordmotoren
Verbrennungsmotor für kleine Dieselmotoren ausgelegt

Z-Antrieb

Hausboot Antrieb Z-Antriebs-Motor
Z-Antriebe Vorteil Nachteil 
Bauweise  Kombination Außen- und Innenbordmotor Motor befindet sich im Rumpf des Bootes, Getriebe und Propeller außerhalb,  praxisuntauglich
PS  130 PS – 700 PS für schnelle Boote entwickelt, daher nicht wirklich für Hausboote geeignet
Verbrennungsmotor Benzin- und Diesel-Motoren