Ein Hausboot in Hamburg: was sie beachten müssen

Ein Hausboot in Hamburg: was sie beachten müssen

Auf dem Hausboot in Hamburg wohnen wird immer beliebter.

Man hat keine langen Treppen ohne Aufzug, keine direkten Nachbarn und niemand, der über einem wohnt.

Von knappem Wohnraum und hohen Mieten in Hamburg ganz zu schweigen. Probleme, die man mit Wohnraum auf dem Wasser elegant umgeht.

Sie werden auch Schwimmende Häuser oder neudeutsch “Floating Homes” genannt und sind für ihre Vielseitigkeiten und ihre Einzigartigkeit bekannt.

Der Trend, den man bisher aus den Grachten Amsterdams oder aus den Kanälen Englands kennt, treibt jetzt auch in die Hansestadt.

Bevor Sie in Hamburg ein Hausboot bauen, gibt es ein paar Dinge zu beachten. Sie werden jetzt erfahren, welche Regeln Sie beachten müssen.

Die Regularien für Hausboote in Hamburg

Beim Bau eines Hausboots in Deutschland gilt neben dem Wasserrecht auch das Bauplanungsrecht und oft auch das Bauordnungsrecht, da ein Hausboot oder schwimmendes Haus nicht zwangsläufig als Wasserfahrzeug gilt.

Das ist in der Hansestadt etwas einfacher. Hier sind sogenannte Lieger nicht der Landesbauordnung unterstellt.

Der Amtsweg wäre daher folgender:

  1. Online auf der Seite der Stadt Hamburg mögliche Liegeplätze für Hausboote ausfindig machen.
  2. Liegeplatz bzw. potentielle Baubauungsfläche ansehen.
    • Sie wollen ja schließlich wissen, wo Sie landen und wer Ihre Nachbarn sind.
    • Vor allem aber sollte Sie sicherstellen, dass die Fläche für Ihr geplantes Vorhaben auch infrage kommt. Sollte beispielsweise eine Strom- oder Wasserleitung von Landseite aus ans Hausboot gelegt werden, dann müssen die Wege dafür frei sein bzw. eine entsprechende Vereinbarung mit Grundstücksbesitzerin der umliegenden Grundstücke geschlossen werden.
  3. Je nach Eignungsfläche gibt es dann ein Bewerbungsverfahren für ebendiese oder man kann direkt bei der zuständigen Wasserbehörde Interesse anmelden.
    • Die Zuständigkeiten finden sich ebenfalls auf den Seiten der Stadt. Weiter unten gibt es aber auch eine Liste von aktuellen Hausboot-Projekten.
  4. Geforderte Unterlagen zusammenstellen: Es wird eine wasserrechtliche Genehmigung benötigt.
    • Dazu benötigen Sie neben Grundriss und Lageplan für Land- und Wasserseite auch Schnitte, Dalbenlageplan sowie Planunterlagen zu Statik, Stegverbindung und Erschließung.
    • Es muss unter anderem nachgewiesen werden, dass das geplante Hausboot kippstabil ist.
    • Zudem können sicherheitstechnische Anforderungen und schifffahrtsverkehrliche Belange je nach Bezirk hinzukommen.
    • Außerdem ist ein Schwimmfähigkeitsnachweis einer zertifizierten Stelle und eine Havarieversicherung Pflicht.
    • Und es sollte nicht vergessen werden hineinzuschreiben, wie man das Hausboot montieren möchte und wie man plant es sicher zu befestigen. Es gilt zwar nicht die Hamburger Bauordnung, aber wichtige Punkte werden auch im Zuge der wasserrechtlichen Genehmigung abgefragt, wie zum Beispiel Brandschutz, Rettungswege und Wasseranschluss ans städtische Abwassersiel.
  5. Je nachdem wie und wo Sie an Land gehen möchten und welche Leitungen für das schwimmende Haus benötigt werden sind zudem Genehmigungen vom jeweiligen Bezirksamt einzuholen.
  6. Wenn alle Anträge gestellt und Unterlagen eingereicht sind heißt es abwarten.
  7. Und sobald alle Genehmigungen da sind kann es losgehen für das zukünftige Wohnen auf dem Wasser.

Interessanter Fakt: In Hamburg werden Wasserflächen nicht verkauft oder verpachtet, sie werden sondergenutzt. Das bedeutet, sofern die Fläche nicht für den Gemeingebrauch genutzt wird, ist eine jährliche Sondernutzungsgebühr fällig.

Hausboot-Projekte in Hamburg

Wer vom Wohnen im Hafen träumt, der muss an dieser Stelle leider enttäuscht werden. Das Hamburger Hafengebiet fällt unter das Hafenentwicklungsgesetz, welches besagt, dass hier nur eine Nutzung zu Hafenzwecken zulässig ist. Wohnen als Nutzzweck ist im Hafen also ausgeschlossen. Doch es gibt viele andere schöne Plätze für Hausboote in Hamburg:

  • Da wäre beispielsweise das Gebiet Hammerbrook, welches nah an der S-Bahn liegt und kurze Wege bietet. Die hier vertäuten Lieger sehen nicht nur klasse aus, man kann einige davon auch über die gängigen Ferienhausportale für den nächsten Urlaub mieten.
  • Das Prestigeprojekt Eilbekkanal lockt mittlerweile mit zehn sehr modernen bis luxuriösen Bauten. Einige davon stehen auch zum Kauf oder zur Miete.
  • Auch in Hamm-Süd liegen ein paar Hausboote und entlang der Bille sind noch Liegeplätze frei.
  • Zudem lockt der neue Stadtteil Hafencity mit Hausboot-Projekten. Natürlich zumeist schick und modern, damit sie auch ins Bild passen.
  • Besonders bekannt ist zudem das Projekt im Hochwasserbassin am Berliner Tor/Heidenkampsweg.
  • Und dann wäre da noch der Zollkanal mit seinen klassischen Hausbooten.

Weitere Flächen, die noch für die Nutzung infrage kommen könnten liegen im Mittel- und Südkanal sowie bei Rückers- und Veringkanal.

Interessanter Hinweis: Die einzige schwimmende Kirche in Deutschland ist die Flussschifferkirche in Hamburg und sie liegt derzeit am Kajen. Zuvor lag sich auch mal in Veddel und in der Billwerder Bucht. Es handelt sich um eine evangelische Kirche mit Taufbecken und allem drum und dran.

Ein Hausboot in Hamburg kaufen

Beim Kauf eines Hausboots müssen Sie bedenken, dass zu den monatlichen Kosten auch Pachtgebühren gehören können, die an den Investor zu entrichten sind, der das Gebiet erschlossen hat.

Zudem fällt in Hamburg für die Sondernutzung öffentlicher Wasserflächen eine Gebühr von Seiten der Stadt an. Zudem sollten Sie Kosten für Versicherung miteinkalkulieren und alle paar Jahre für den Schwimmfähigkeitsnachweis.

Hausboote zum Verkauf in Hamburg finden Sie auf den gängigen Wohnungs- und Kleinanzeigen-Portalen. Mehr dazu wie Sie ein Hausboot kaufen und unterhalten, finden Sie im Menüpunkt Ratgeber unter Finanzierung.

Ein Hausboot in Hamburg mieten

Ein Hausboot ist nicht nur eine Alternative zum klassischen Wohnraum. Es ist auch etwas für Individualisten und Wasserfreunde. Entenfüttern beim Frühstück ist schließlich nur eines der Highlights eines Hausboot-Bewohners. In Hamburg-Hammerbrook und im Gauensiecker Hafen gibt es beispielsweise Hausboote zur langfristigen Miete.

Urlaub auf einem Hausboot

Ferien auf dem Hausboot klingt zwar mehr nach einer Folge aus Bibi und Tina, ist aber tatsächlich ein sehr schönes Erlebnis. Auf den gängigen Ferienhausportalen gibt es zwar noch nicht viele Urlaubsangebote in Hamburg, aber es gibt sie und es werden immer mehr.

Häufige Fragen zu Hausbooten in Hamburg

Kann ich auf einem Hausboot seekrank werden?

Das kommt tatsächlich ganz Sie als Person und die Situation an. Hier spielt es eine entscheidende Rolle, wie empfindlich Sie auf Seegang und Wetter reagieren.

Kann ich mein Hausboot nach Hamburg bringen?

Wenn ein Liegeplatz vorhanden ist und das Hausboot unter allen Brücken auf dem Weg hindurch passt, ist dies kein Problem. Vor einer Überführung informieren Sie sich aber unbedingt über die notwendigen Regularien. Grundsätzlich steht dieser aber nichts im Wege.

Lesetipp: Mehr zu Rechtlichem rund ums Hausboot finden Sie auch im Menüpunkt Ratgeber unter Rechtliches.

Gibt es einen Unterschied zwischen einem Hausboot und einem schwimmenden Haus?

Ja, es gibt einen Unterschied. Kurz: Ein Hausboot kann selbst fahren. Ein Schwimmendes Haus muss geschleppt werden.

  • Schwimmendes Haus: Ein Schwimmendes Haus benötigt einen festen Ponton als Untergrund. Dieser Aufbau auf dem Ponton heißt dann Schwimmendes Haus.
  • Hausboot: Ein Hausboot hingegen ist ein fahrtüchtiges Schiff, dass nur ankert. Der Rumpf oder auch Verdrängungskörper wird hierbei oft als Nutzraum verwendet.

Hamburg hat viele Kanäle und schmale Wasserläufe. Diese eignen sich ideal als Liegeplätze für Hausboote. Zudem gibt es viele Wasserwege mit Brücken. Die Stadt wird schließlich aufgrund seiner vielen Brücken auch als Venedig des Nordens bezeichnet.

Dadurch ist für Häuser auf dem Wasser oft eine geringe Höhe und eine längliche Form Vorraussetzung. Das lässt sie dann schnell wie Hausboote aussehen.

Zudem gibt es noch den hamburgspezifischen Begriff „Lieger“. Dies sind laut Hamburger Hafenverkehrsordnung ortsfest gemachte Schwimmkörper. Schwimmende Häuser und Hausboote fallen damit unter den Begriff Lieger.

Nicht zu verwechseln sind Hausboote allerdings mit den WaterHouses, die in Hamburg Wilhelmsburg im Zuge der Internationalen Bauausstellung 2013 realisiert wurden. Dies sind feste Häuser auf Stelzen, die sich nicht bewegen lassen.

Hausboote in Hamburg: Ein Zukunftstrend?

Fast scheint es so, denn keine andere Stadt kümmert sich so ausführlich um das Thema “Hausboote”.

Hamburg stellt eine Karte mit möglichen Liegeplätzen für Hausboote bereit. Und der Senat hat bereits mehrfach angekündigt, die Nutzung der Wasserflächen als Wohnraum zu fördern. Zudem setzen die schwimmenden Häuser einen besonders schönen städtebaulichen Akzent.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.